TIG (Wolfram-Inertgasschweißen) und MIG (Metall-Inertgasschweißen) sind weit verbreitete Schweißverfahren, deren Eignung für Superlegierungen jedoch erheblich variiert. Beim Fügen von Hochleistungswerkstoffen wie Inconel 713 oder Stellite 6 werden Wärmekontrolle, Präzision und Nachbearbeitungsanforderungen entscheidend. TIG bietet eine hervorragende Lichtbogenstabilität und geringe Wärmeeinträge, was es besser für Superlegierungsbauteile geeignet macht, die in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden. MIG-Schweißen ist zwar schneller, aber anfälliger für wärmebedingte Defekte und wird im Allgemeinen eher für Auftragsschweißen oder Plattieren als für strukturelle Verbindungen bevorzugt.
Daher hängt die Wahl zwischen TIG und MIG von der Schweißnahtgeometrie, den mechanischen Anforderungen und der Werkstoffgüte ab.
TIG-Schweißen bietet eine überlegene Kontrolle über den Wärmeeintrag, was für legierungen, die empfindlich auf Heißrissbildung oder Kornvergröberung reagieren, unerlässlich ist. Es wird typischerweise für dünnwandige Querschnitte und Reparaturschweißungen von Präzisionsbauteilen verwendet. MIG-Schweißen hingegen führt mehr Wärme in das Material ein und kann zu übermäßigen wärmebeeinflussten Zonen führen. Für komplexe Turbinenteile, die mittels gerichteter Erstarrung von Superlegierungen hergestellt werden, wird TIG im Allgemeinen bevorzugt, um die Kornorientierung und Kriechbeständigkeit zu erhalten.
TIG-Schweißen wird häufig in kritischen strukturellen Bereichen eingesetzt, in denen Integrität und Leistung von größter Bedeutung sind. Es ermöglicht eine präzise Kontrolle während der Reparatur und Endbearbeitung vor der CNC-Bearbeitung und der Wärmebehandlung. MIG-Schweißen ist am effektivsten für Plattierarbeiten, Auftragsschweißen und Oberflächenverstärkung. Legierungen wie Hastelloy C-22 und Stellite 21 werden oft MIG-geschweißt, um korrosionsbeständige Auftragsschichten in chemischen Prozessanlagen zu erzeugen.
Zusammenfassend gewährleistet TIG die strukturelle Leistungsfähigkeit, während MIG wirtschaftliche Vorteile in nicht-kritischen Verstärkungsanwendungen bietet.
Die Anforderungen nach dem Schweißen unterscheiden sich zwischen TIG- und MIG-Verbindungen. TIG-Schweißen erfordert typischerweise eine anschließende Wärmebehandlung, um das Phasengleichgewicht wiederherzustellen und Spannungen abzubauen. MIG-Schweißnähte, insbesondere bei Auftragsschweißungen, erfordern oft zusätzliche CNC-Bearbeitung, um die Maßgenauigkeit zu erreichen. Die Prüfung mittels Werkstoffprüfung und -analyse bestätigt die Schweißnahtzuverlässigkeit durch Härteprüfung, Röntgenscanning und Metallografie.
Letztlich zeichnet sich TIG in festigkeitskritischen Anwendungen aus, während MIG für Oberflächenreparaturen, Plattieren oder kostensensitive Fertigungsstrategien am wertvollsten ist.