Der Prozess zur Verbesserung der Oberflächengüte beginnt mit einem umfangreichen Grobbearbeiten, um die charakteristische Welligkeit und Schichtmarkierungen des abgeschiedenen WAAM-Titans zu entfernen. Unter Verwendung spezialisierter CNC-Bearbeitungstechniken werden typischerweise 3-8 mm Material von allen kritischen Oberflächen abgetragen. Dieser Schritt beseitigt die groben Oberflächenunregelmäßigkeiten und schafft eine einheitliche Basis für nachfolgende Feinbearbeitungsvorgänge. Aufgrund der schlechten Wärmeleitfähigkeit und der Neigung zur Kaltverfestigung von Titan werden bei dieser Bearbeitung optimierte Schneidparameter, Hochdruck-Kühlmittelsysteme und spezielle Werkzeuggeometrien eingesetzt, um die Oberflächenintegrität zu erhalten und gleichzeitig einen effizienten Materialabtrag zu erreichen.
Nach dem Grobbearbeiten erreicht die Präzisions-Feinbearbeitung die endgültigen Maßtoleranzen und verbessert die Oberflächenrauheit erheblich. Mehrachsige CNC-Systeme führen Konturfolgeoperationen durch, die glatte, kontinuierliche Oberflächen mit engen Toleranzen erzeugen. Für komplexe innere Merkmale oder tiefe Hohlräume sorgen Tiefbohrungen und Ausbohroperationen für eine präzise Maßkontrolle. Die Feinbearbeitungsdurchgänge verwenden verfeinerte Schneidparameter – geringere Schnitttiefen, höhere Geschwindigkeiten und spezielle Werkzeugwege –, um Oberflächenrauheitswerte von Ra 0,8-1,6 μm zu erreichen, die für die meisten strukturellen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrtindustrie geeignet sind.
Für Bauteile, die eine überlegene Oberflächenqualität erfordern, ist das abrasive Fließläppen (AFM) für WAAM-Titanbauteile besonders effektiv. Bei diesem Verfahren wird ein viskoses, abrasivbeladenes Medium über die Oberflächen gepresst, wodurch komplexe Geometrien, innere Durchgänge und schwer zugängliche Bereiche gleichmäßig entgratet und poliert werden. Vibrationsfinish mit Keramikmedien sorgt für eine allgemeine Oberflächenglättung und Kantenverrundung, während das Kugelstrahlen Druckeigenspannungen einführt, die die Ermüdungsbeständigkeit verbessern. Für medizinische Implantate oder Fluidiksystemkomponenten erzeugt das Elektropolieren eine glatte, spiegelähnliche Oberfläche und passiviert gleichzeitig die Oberfläche, um die Korrosionsbeständigkeit zu verbessern.
Alle Oberflächenverbesserungsprozesse werden nach kritischen Wärmebehandlungen durchgeführt, einschließlich Heißisostatischem Pressen (HIP) und Spannungsarmglühen, um die Maßstabilität zu gewährleisten. Die endgültige Oberflächenqualität wird durch umfassende Materialprüfung und -analyse validiert, einschließlich Oberflächenrauheitsmessungen, visueller Inspektionen und zerstörungsfreier Prüfungen, um zu überprüfen, ob die verbesserte Oberflächengüte den strengen Anforderungen an Titanbauteile in kritischen Anwendungen entspricht.