Die primäre Methode zur direkten Simulation sind spezialisierte Thermo-Mechanische Ermüdungs- (TMF) Prüfstandtests. Eine Testprobe oder eine maßstabsgetreue Komponente wird unabhängigen, synchronisierten mechanischen Dehnungs- und Temperaturzyklen ausgesetzt. Entscheidend ist, dass der Phasenwinkel zwischen den Temperatur- und Dehnungszyklen gesteuert wird, um Betriebsbedingungen nachzubilden – häufige Muster sind gleichphasige Zyklen (höchste Temperatur bei maximaler Zugdehnung) für Schaufeln und gegenphasige Zyklen für andere Komponenten. Der Prüfstand verwendet Induktionsheizung für schnelle Temperaturwechsel und einen servohydraulischen Aktor für die mechanische Belastung, um das Spannungs-Dehnungs-Verhalten von Materialien wie Einkristall-Superlegierungen unter transienten Bedingungen genau zu simulieren.
Für eine integriertere Umgebungs- und mechanische Simulation werden Brennerstandtests eingesetzt. Ein Brenner setzt die Schaufel oder das Probestück schnellen, brennstoffreichen Heißgasen aus, wodurch realistische Temperaturgradienten und Oxidations-/Heißkorrosionsbedingungen entstehen. Fortschrittliche Brennerstände verfügen über mechanische Belastungssysteme, um Zentrifugal- und Biegespannungen zu überlagern. Dieser kombinierte Test ist entscheidend, um den synergistischen Abbau der Grundlegierung und ihrer thermischen Barrierebeschichtung (TBC) unter Bedingungen zu bewerten, die den Betrieb von Luftfahrtantrieben eng nachahmen. Er liefert Daten zu Beschichtungsabplatzungen und der Ermüdung des darunterliegenden Materials.
Nach TMF- oder Brennerstandtests wird eine umfassende Materialprüfung und -analyse durchgeführt, um Simulationsmodelle zu validieren und Versagensmechanismen zu verstehen. Dazu gehören metallografische Anschliffe zur Untersuchung von Rissinitiierungsstellen (oft an Poren, die eine HIP-Behandlung beseitigen soll), Rasterelektronenmikroskopie (REM) zur Analyse von Bruchflächen und Oxidschichtdicke sowie Mikrohärtemessungen zur Erkennung von Entfestigung oder Alterung. Die Daten werden verwendet, um Lebensdauervorhersagemodelle zu kalibrieren und die Wirksamkeit vorheriger Wärmebehandlungsprozesse zu überprüfen.
Für die abschließende Designvalidierung werden maßstabsgetreue oder nahezu maßstabsgetreue Schaufeln thermomechanischen Tests auf Komponentenebene in Prüfständen unterzogen, die die thermische und Druckumgebung einer Turbinenstufe simulieren. Diese komplexen Prüfstände verwenden erhitzte, unter Druck stehende Luft und können die Komponente drehen, um Zentrifugalspannung zu erzeugen, während sie über Heißgaseinströmung thermische Zyklen anwenden. Obwohl teuer, liefern sie den aussagekräftigsten Nachweis für das TMF-Verhalten einer Schaufel unter integrierten Bedingungen, was für die Zertifizierung in der Stromerzeugung und Luftfahrt entscheidend ist.
Physikalische Tests werden stets mit fortschrittlicher rechnergestützter Simulation kombiniert. Daten aus instrumentierten Tests – wie Dehnungsmessstreifen- und Pyrometerwerte – werden verwendet, um Finite-Elemente-Analyse (FEA)-Modelle zu verfeinern. Diese validierten Modelle können dann Ergebnisse auf ein breiteres Spektrum von Betriebsbedingungen und Designvarianten extrapolieren und so die Gesamtzahl der erforderlichen physikalischen Tests reduzieren. Dieser integrierte Ansatz stellt sicher, dass Schaufeldesigns, von gleichachsigen bis hin zu einkristallinen, robust gegenüber TMF sind, bevor sie in den Motoreneinsatz gehen.