Superlegierungen weisen bei erhöhten Temperaturen hohe Festigkeit und geringe Duktilität auf, was sie während des Schweißens anfällig für Rissbildung macht. Schnelle thermische Schwankungen können Spannungskonzentrationszonen erzeugen, die zu Heißrissen oder Verflüssigungsrissen führen. Legierungen wie Inconel 718 erfordern oft Vorwärmung und kontrollierte Abkühlung, um schweißbedingte Korngrenzentrennungen zu verhindern. Die Temperaturführung ist entscheidend, um die Schweißbarkeit aufrechtzuerhalten und Verzug zu verhindern.
Hochtemperaturschweißen kann Oxidation und Verunreinigungen verursachen, was das chemische Gleichgewicht der Legierung verändert und die Korrosionsbeständigkeit verringert. Um die Legierungsreinheit zu erhalten, wird inerte Schutzgas- oder Atmosphärenschweißung eingesetzt. Nachschweißreinigung, Beizen oder Oberflächenbehandlungsverfahren wie thermische Barrierebeschichtung (TBC) helfen, die Oberflächenintegrität wiederherzustellen, insbesondere für Komponenten, die Verbrennungsgasen oder korrosiven Flüssigkeitsumgebungen ausgesetzt sind.
Schweißen stört das Gefüge und verursacht lokale Härtung oder Phasenungleichgewicht. Um das Material zu stabilisieren, wird eine präzise Wärmebehandlung angewendet, um Eigenspannungen abzubauen und eine gleichmäßige Phasenausscheidung zu fördern. Für Luft- und Raumfahrt- sowie Kernteile müssen innere Hohlräume oder Bindefehler mittels Heißisostatischen Pressens (HIP) beseitigt werden, um die Materialdichte wiederherzustellen und schweißbedingte Porosität zu eliminieren.
Nach dem Schweißen erfordern Superlegierungsbaugruppen eine umfangreiche Bewertung mittels Materialprüfung und -analyse. Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP) – einschließlich Ultraschallprüfung, Röntgenscanning und Eindringprüfung – wird verwendet, um Mikrorisse, unvollständige Verschmelzung oder Korngrenzenschäden zu erkennen. Diese Validierungsschritte stellen die Einhaltung von Luft- und Raumfahrt- sowie Kerntechnik-Zertifizierungsstandards sicher.