WAAM-gedruckte Titanbauteile erfordern aufgrund der erheblichen Eigenspannungen aus dem hochwärmeintensiven Abscheidungsprozess eine sofortige Spannungsarmglühung. Für Titanlegierungen wie Ti-6Al-4V wird diese typischerweise bei 650-750°C im Vakuum oder inertem Schutzgas durchgeführt, um Oxidation zu verhindern. Darauf folgt ein Lösungsglüh- und Ausscheidungshärtungszyklus, um das Gefüge zu optimieren – die groben, säulenförmigen Körner, die typisch für WAAM-Abscheidungen sind, werden in eine ausgewogenere α+β-Struktur mit verbesserten mechanischen Eigenschaften umgewandelt. Für Bauteile, die für Luft- und Raumfahrtanwendungen bestimmt sind, ist diese Wärmebehandlung entscheidend, um die erforderliche Festigkeit, Duktilität und Ermüdungsbeständigkeit zu erreichen.
Heißisostatisches Pressen (HIP) wird für kritische WAAM-Titanbauteile dringend empfohlen. Der HIP-Zyklus, typischerweise bei 900-950°C mit 100-150 MPa Druck in einer Argonatmosphäre durchgeführt, eliminiert effektiv innere Porosität, Bindefehler und Mikroporen, die dem WAAM-Prozess inhärent sind. Dies verbessert die Ermüdungsleistung und Bruchzähigkeit dramatisch, indem eine vollständig dichte, homogene Materialstruktur erzeugt wird. Für Titanbauteile, die in Verteidigungs- oder Luft- und Raumfahrtanwendungen zyklischen Belastungen ausgesetzt sind, kann HIP die Ermüdungslebensdauer im Vergleich zum abgeschiedenen Material um 200-400 % erhöhen.
Die raue, abgeschiedene Oberfläche von WAAM-Titanbauteilen, gekennzeichnet durch signifikante Welligkeit und Schichtmarkierungen, erfordert eine erhebliche CNC-Bearbeitung, um die endgültigen Abmessungen zu erreichen. Typische Bearbeitungszugaben von 3-8 mm müssen von allen kritischen Oberflächen entfernt werden. Spezialwerkzeuge und Schneidparameter sind aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit und der Neigung zur Kaltverfestigung von Titan erforderlich. Nach der Schruppbearbeitung erreicht die Schlichtbearbeitung die endgültigen Toleranzen, während Prozesse wie Tiefbohren für innere Merkmale eingesetzt werden können. Alle Bearbeitungsschritte erfolgen nach den Wärmebehandlungen, um die Maßhaltigkeit sicherzustellen.
Nach der Bearbeitung adressieren Oberflächenveredelungsprozesse die speziellen Anforderungen von Titanbauteilen. Kugelstrahlen führt zu Druckspannungen an der Oberfläche, die die Ermüdungsleistung erheblich verbessern, was besonders für rotierende Bauteile wichtig ist. Für Anwendungen, die eine hervorragende Oberflächengüte erfordern, wie Flugzeugzellenkomponenten oder medizinische Implantate, können Vibrationsentgraten oder Elektropolieren angewendet werden. Umfassende Materialprüfung und -analyse validiert die Bauteilqualität durch chemische Analyse, mechanische Prüfung, Gefügeuntersuchung und zerstörungsfreie Prüfung, um sicherzustellen, dass das WAAM-produzierte Titan alle Spezifikationsanforderungen erfüllt.