Die Nachbearbeitung ist entscheidend, um die erforderlichen mechanischen Eigenschaften, Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität für 3D-gedruckte Aluminiumteile zu erreichen, die hauptsächlich durch Selektives Laserschmelzen (SLM) hergestellt werden. Eine systematische Abfolge von Techniken verwandelt den gedruckten Zustand – gekennzeichnet durch Eigenspannungen, Stützstrukturen und eine raue Oberfläche – in ein funktionsfähiges Bauteil, das für anspruchsvolle Anwendungen in Branchen wie Luft- und Raumfahrt und Automobilindustrie bereit ist.
Die ersten Schritte beziehen sich auf den inhärenten Zustand des gedruckten Teils.
Spannungsarmglühen: Aluminiumteile, insbesondere solche mit komplexen Geometrien, weisen aufgrund des schnellen thermischen Zyklus signifikante innere Spannungen auf. Eine kontrollierte Wärmebehandlung (T6-Lösungsglühen und Auslagern für Legierungen wie AlSi10Mg) baut diese Spannungen ab, verhindert Verzug und erhöht die Festigkeit durch Optimierung der Ausscheidungsmikrostruktur.
Entfernung der Stützstrukturen: Stützen werden mechanisch durch Schneiden, Abzwicken oder spanende Bearbeitung entfernt. Oft folgt ein manuelles Schleifen oder Feilen, um die Anbindungspunkte zu säubern.
Die Oberflächenverbesserung ist entscheidend für Funktionalität und Ermüdungslebensdauer.
CNC-Bearbeitung: Kritische Schnittstellen, Passflächen und Präzisionsmerkmale werden mittels CNC-Bearbeitung fertig bearbeitet, um enge Toleranzen und glatte Oberflächen (Ra-Werte) zu erreichen. Dieser Schritt ist unverzichtbar für Teile, die Dichtungen oder Lagerpassungen erfordern.
Schleifende Oberflächenbearbeitung: Techniken wie Schwingentgraten, Strahlen mit Glasperlen oder Stromfinish werden verwendet, um die allgemeine Oberflächenrauheit zu reduzieren, teilgesintertes Pulver zu entfernen und die Ästhetik zu verbessern. Für innere Kanäle kann abrasive Flussbearbeitung eingesetzt werden.
Polieren: Für optische oder strömungstechnische Anwendungen kann chemisches oder elektrochemisches Polieren verwendet werden, um eine sehr glatte, reflektierende Oberfläche zu erzielen.
Für Teile in hochbelasteten Anwendungen verbessern weitere Behandlungen die Integrität.
Heißisostatisches Pressen (HIP): Obwohl weniger verbreitet als für Superlegierungen, kann HIP bei Hochleistungs-Aluminiumteilen angewendet werden, um innere Mikroporosität zu beseitigen, was zu erhöhter Ermüdungsfestigkeit und isotroperen mechanischen Eigenschaften führt.
Zusätzliche Wärmebehandlungen: Spezifische künstliche Auslagerungszyklen können nach dem Lösungsglühen feinabgestimmt werden, um Härte und Festigkeit für die spezifische Anwendungsumgebung zu maximieren.
Die Qualitätssicherung schließt die Nachbearbeitungskette ab.
Maßliche Prüfung: Koordinatenmessmaschinen (KMM) oder Laserscanner überprüfen die Bauteilgeometrie anhand des CAD-Modells.
Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP): Eindringprüfung überprüft auf Oberflächendefekte, während Röntgen-Computertomographie (CT-Scan) die innere Struktur auf verbleibende Porosität oder Risse untersuchen kann.
Mechanische Verifizierung: Mitgedruckte Probekörper werden Zug-, Ermüdungs- und Härteprüfungen unterzogen, als Teil der Werkstoffprüfung und -analyse, um zu validieren, dass das nachbearbeitete Material den Spezifikationen entspricht.