Der Hauptunterschied zwischen einkristallinen und gleichachsigen Superlegierungsgussstücken liegt in ihrer Kornstruktur. Einkristallgussstücke werden ohne Korngrenzen hergestellt, was zu einem kontinuierlichen Gitter führt, das eine außergewöhnliche Kriechbeständigkeit und Hochtemperaturfestigkeit ermöglicht. Diese Teile werden durch fortschrittliche Einkristallguss-Technologie hergestellt. Im Gegensatz dazu enthalten gleichachsige Gussstücke mehrere Körner mit zufälliger Ausrichtung, die mittels gleichachsigem Kristallguss produziert werden. Diese Struktur ist kostengünstig, aber anfälliger für Korngrenzenoxidation und Rissbildung unter Belastung.
Einkristall-Legierungen bieten eine überlegene Widerstandsfähigkeit gegen Kriechverformung, was sie ideal für rotierende Turbinenschaufeln in Luft- und Raumfahrtantrieben macht. Ohne Korngrenzen werden Versetzungsbewegung und mikrostruktureller Abbau erheblich reduziert. Gleichachsige Gussstücke, obwohl zuverlässig für niedrigere Temperaturzonen oder statische Komponenten, weisen aufgrund von Korngrenzengleiten bei erhöhten Temperaturen eine geringere Ermüdungslebensdauer und Kriechbeständigkeit auf.
Der Einkristallguss erfordert hochkontrollierte Erstarrungsbedingungen und präzises gerichtetes Wachstum, was die Herstellungskomplexität und -kosten erhöht. Gleichachsige Gussstücke sind einfacher und wirtschaftlicher, was sie für Leitschaufeln, Brennkammerauskleidungen und Strukturgehäuse geeignet macht, die in Luft- und Raumfahrt sowie Stromerzeugungs-Anwendungen eingesetzt werden. Wenn jedoch maximale Temperaturbeständigkeit und Lebensdauer erforderlich sind, bieten Einkristall-Legierungen wie PWA 1484 oder Rene N6 Leistungsvorteile.
Beide Gussverfahren werden oft mit fortschrittlichen Wärmedämmschichten (TBCs) kombiniert, aber einkristalline Substrate reagieren aufgrund fehlender Korngrenzen-Rissinitiierungspunkte besser auf thermische Zyklen. Gleichachsige Teile profitieren ebenfalls von TBC, erfordern jedoch eine sorgfältige Auswahl der Haftvermittlerschicht und Heißisostatisches Pressen (HIP), um die Korngrenzenkohäsion zu verbessern und die Porosität zu reduzieren.