Die Ultraschallprüfung (UT) ist eine entscheidende zerstörungsfreie Prüfmethode, um interne Defekte in hochwertigen Bauteilen zu identifizieren, die durch Einkristallguss hergestellt werden. Die Technik funktioniert, indem hochfrequente Schallwellen in das Gussstück gesendet und die reflektierten Signale analysiert werden. Da Einkristalllegierungen Schall entlang ihrer kristallografischen Orientierung sehr effizient übertragen, erzeugt jede Störung – wie Porosität, Einschlüsse oder Mikrorisse – messbare Echos, die das Vorhandensein, die Größe und die Tiefe interner Anomalien anzeigen.
Interne Defekte weisen eine andere akustische Impedanz auf als die umgebende Einkristallmatrix. Wenn die Ultraschallwelle auf solche Diskontinuitäten trifft, reflektiert ein Teil der Schallenergie zurück zum Wandler. Diese reflektierte Wellenform liefert detaillierte Informationen über die Defektgeometrie und ermöglicht es Prüfern, Hohlräume zu erkennen, die während der gerichteten Erstarrung oder interdendritischen Schrumpfung entstanden sind. Die Technik ist hochsensibel für unter der Oberfläche liegende Defekte, die durch visuelle Inspektion oder bildgebende Verfahren mit niedriger Auflösung nicht erfasst werden können.
Da einkristalline Superlegierungen keine Korngrenzen aufweisen, erzeugen sie sauberere Ultraschallsignale mit minimaler Streuung. Dies macht UT besonders effektiv für die Validierung fortschrittlicher Turbinenschaufellegierungen wie CMSX-4 oder PWA 1480. UT kann Orientierungsanomalien, Streukörner oder Mikrorisse erkennen, die die Kriechleistung oder die Thermoschwingfestigkeit während des Einsatzes in Luft- und Raumfahrt-Triebwerken beeinträchtigen könnten.
Die Ultraschallprüfung ergänzt die metallografische Untersuchung, die REM-Auswertung und umfassende Materialprüfung und -analyse. Zusammen validieren diese Methoden den Erfolg von Nachbearbeitungsschritten wie dem Heißisostatischen Pressen (HIP), das darauf abzielt, verbleibende Porosität zu beseitigen. UT bestätigt den Verschluss von Mikrohohlräumen nach HIP und stellt sicher, dass das Gussstück strenge Anforderungen an die Luft- und Raumfahrtdauerfestigkeit erfüllt, bevor Bearbeitungs- und Beschichtungsvorgänge durchgeführt werden.