Traditionelle Bearbeitung beruht auf mechanischen Schneidkräften, während die Elektroerosive Bearbeitung (EDM) Material durch kontrollierte elektrische Entladungen entfernt, die die Oberfläche schmelzen und verdampfen. Daher kann EDM extrem harte Superlegierungen – wie Stellite 6B und hochfeste Inconel-Sorten – ohne Werkzeugverschleiß oder übermäßige Schnittkräfte bearbeiten.
Allerdings weist EDM im Allgemeinen eine **langsamere Materialabtragsrate (MRR)** im Vergleich zum traditionellen CNC-Fräsen oder -Drehen auf. Während die konventionelle Bearbeitung Dutzende Kubikzentimeter pro Minute erreichen kann, arbeitet EDM aufgrund seines gepulsten Erosionsprozesses typischerweise mit einer geringeren Rate.
Bei schwer zerspanbaren Superlegierungen – wie Einkristall- oder hitzebeständigen Legierungen – sind traditionelle Bearbeitungswerkzeuge mit schnellem Verschleiß, Kühleinschränkungen und schlechter Spanabfuhr konfrontiert. EDM bietet eine überlegene Steuerbarkeit, jedoch mit reduzierter MRR. Hochgeschwindigkeitsfräsen kann EDM bei der Volumenabtragung übertreffen, aber EDM glänzt dort, wo geometrische Präzision und Werkzeugzugang schwierig sind oder wo thermische Belastungen minimiert werden müssen.
Um die Vorteile zu kombinieren, folgt auf EDM oft eine präzise Superlegierungs-CNC-Bearbeitung, um Toleranzen und Oberflächengüte zu verfeinern.
In den Bereichen Luft- und Raumfahrt und Energieerzeugung wird EDM für komplexe Formen, dünne Wände und tiefe Nuten gewählt, die konventionelle Werkzeuge nicht effizient erreichen können. Für Aufgaben mit hohem Volumenabtrag bleibt die traditionelle Bearbeitung vorzuziehen. Die geringere MRR von EDM wird durch ihre Fähigkeit kompensiert, gehärtete Materialien ohne mechanische Verformung zu bearbeiten.
Letztendlich muss die Materialabtragsrate mit der strukturellen Integrität, Genauigkeit und thermischen Stabilität abgewogen werden. EDM ist langsamer – aber oft unverzichtbar – bei der Bearbeitung kritischer Superlegierungskomponenten nach strengen Spezifikationen.