Der Testprozess beginnt mit der zerstörungsfreien Prüfung, um die allgemeine Integrität des Teils zu bewerten, ohne es zu beschädigen. Visuelle und dimensionale Inspektion ist der erste Schritt, bei dem Werkzeuge wie optische Komparatoren, Koordinatenmessmaschinen (CMM) oder Laserscanner verwendet werden, um zu überprüfen, ob das Teil alle spezifizierten geometrischen Toleranzen und Designvorgaben erfüllt. Dies ist entscheidend, um Passform und Funktion sicherzustellen, insbesondere für Komponenten, die anschließend einer CNC-Bearbeitung für kritische Schnittstellen unterzogen werden. Zusätzlich werden fortschrittliche Techniken wie Mikro-CT-Scanning eingesetzt, um interne Hohlräume, Porosität und Schichtverschmelzungsfehler zu erkennen, die äußerlich nicht sichtbar sind, und so eine vollständige 3D-Karte der internen Struktur des Teils zu liefern.
Um die Leistung zu validieren, werden standardisierte mechanische Tests an gedruckten Prüfkörpern oder repräsentativen Abschnitten des eigentlichen Teils durchgeführt. Diese Tests, die oft Teil eines formalen Materialtest- und Analyseprotokolls sind, umfassen: Zug-, Biege- und Druckprüfung: Bestimmt die Zugfestigkeit, Streckgrenze, Elastizitätsmodul und Bruchdehnung. Schlagbiegeversuch (Izod/Charpy): Misst die Zähigkeit des Materials und seine Widerstandsfähigkeit gegen plötzlichen Stoß. Härteprüfung: Bewertet den Oberflächenwiderstand gegen Eindringen. Dynamisch-mechanische Analyse (DMA) & Wärmeformbeständigkeitstemperatur (HDT)-Prüfung: Bewertet die viskoelastischen Eigenschaften und die thermische Leistung des Materials unter Last, was für Teile in Luft- und Raumfahrt oder Motorraum-Automobilanwendungen entscheidend ist.
Für Teile, die für raue Betriebsumgebungen bestimmt sind, erstreckt sich die Prüfung auf die chemische und Umweltstabilität. Dies beinhaltet die Exposition des Materials oder Teils gegenüber bestimmten Chemikalien, Lösungsmitteln, UV-Strahlung oder kontrollierten Feuchtigkeits- und Temperaturzyklen. Das Ziel ist die Bewertung von Parametern wie: Spannungsrissbeständigkeit: Besonders wichtig für Materialien wie PC (Polycarbonat). Hydrolysebeständigkeit: Kritisch für Nylon (Polyamid) unter feuchten Bedingungen. Fluidkompatibilität: Wesentlich für Komponenten in chemischen Verfahren oder medizinischen Fluidwegen. Nach der Prüfung werden die Teile erneut auf Maßänderungen, Quellung, Oberflächenverschlechterung oder Verlust mechanischer Eigenschaften untersucht.
Die letzte und kritischste Phase ist der anwendungssimulierende Test. Das 3D-gedruckte Teil wird Bedingungen ausgesetzt, die seine reale Nutzungsdauer nachahmen. Dies kann umfassen: Druckwechsel- und Dichtheitsprüfung: Für Fluid- oder Gasführungskomponenten. Verschleiß- und Reibungsprüfung: Für bewegliche Teile, um die Wirksamkeit von Nachbearbeitungs-Oberflächenbehandlungen zu bewerten. Ermüdungsprüfung: Anwendung zyklischer Lasten, um die Lebensdauer des Teils unter dynamischer Belastung zu bestimmen. Montage- und Passformprüfung: Überprüfung, ob das Teil korrekt mit anderen Systemkomponenten integriert. Diese ganzheitliche Validierung stellt sicher, dass das gedruckte Teil zuverlässig in seinem vorgesehenen Einsatzgebiet funktioniert, sei es für medizinische und Gesundheitsgeräte oder Konsumgüter.