Der erste Schritt zur Verbesserung der FDM-Prototypqualität ist die sorgfältige Entfernung der Stützstrukturen, gefolgt vom Schleifen. Nach dem Ablösen der Stützen ist das Schleifen mit zunehmend feineren Körnungen (beginnend bei ~120er bis ~400+er Körnung) die am besten zugängliche Methode, um Schichtlinien zu beseitigen und eine gleichmäßige Oberfläche zu schaffen. Für komplexe Geometrien sind kleine Feilen und Spitzhaken unerlässlich. Dieser grundlegende Schritt ist sowohl für ästhetische Modelle als auch für funktionale Teile, die einen präzisen Sitz oder eine weitere Endbearbeitung erfordern, entscheidend.
Für Teile aus bestimmten Materialien wie ABS oder ASA ist das chemische Glätten mit Acetondampf eine hocheffektive Technik. Dieser Prozess schmilzt die äußere Kunststoffschicht sanft an und verschmilzt die Schichtlinien miteinander, um eine glatte, glänzende und versiegelte Oberfläche zu erzeugen. Es verbessert die optische Anziehungskraft erheblich und kann die Wasserbeständigkeit erhöhen. Alternativ kann eine kontrollierte Anwendung einer Heißluftpistole verwendet werden, um Oberflächenfehler sorgfältig zu überziehen. Für professionelle Endbearbeitung setzen spezialisierte Kunststoff-3D-Druckdienste oft standardisierte Dampfglättungsprozesse für konsistente Ergebnisse ein.
Um eine produktionsreife Oberfläche zu erreichen, sind Füllen und Lackieren unverzichtbar. Das Auftragen einer Füllgrundierung (Spray oder Pinsel) füllt nach dem anfänglichen Schleifen kleinere Schichtlinien und Defekte aus. Mehrere Zyklen von Grundieren und leichtem Schleifen bauen ein perfekt glattes Substrat auf. Darauf folgt das Lackieren, das nicht nur Farbe hinzufügt, sondern auch eine Schutzschicht bietet. Für funktionale Prototypen im Automobilbereich oder bei Konsumgütertests erzeugt dieser Prozess Teile, die in Aussehen und Haptik fertigen spritzgegossenen Teilen sehr nahekommen.
Die Nachbearbeitung umfasst auch Techniken zur Verbesserung der Funktionalität. Dazu gehören das Schneiden von Gewinden für Schraubeneinsätze, präzises Bohren für Passstifte oder die CNC-Bearbeitung kritischer Schnittstellen, um enge Toleranzen zu erreichen, die mit FDM allein nicht möglich sind. Für Mehrteil-Montagen erhöht das Verkleben mit Epoxidharz oder speziellen Kunststoffschweißungen die Festigkeit. Das Auftragen von Dichtmitteln oder leitfähigen Beschichtungen kann auch Eigenschaften wie Wasserdichtheit oder EMV-Abschirmung hinzufügen und einen einfachen Druck in einen funktionsfähigen Prototyp verwandeln, der für strenge Tests bereit ist.