Die Hauptmaterialien für die Herstellung von Einkristall-Turbinenschaufeln sind fortschrittliche Nickelbasis-Superlegierungen, die speziell für extreme Temperatur-, Kriech- und Oxidationsbeständigkeit entwickelt wurden. Diese Legierungen stützen sich auf hohe γ′ (Ni₃Al)-Volumenanteile und präzise Legierungselemente wie Re, W, Ta und Mo, um die Festigkeit bei Temperaturen von bis zu 1.100°C aufrechtzuerhalten. Weit verbreitete Einkristalllegierungen der ersten, zweiten und dritten Generation umfassen PWA 1480, PWA 1484 und CMSX-4, die jeweils verbesserte Kriechlebensdauer, Beschichtungsbeständigkeit und thermische Stabilität gegenüber früheren Formulierungen bieten.
Mehrere Legierungsfamilien dominieren die Herstellung von Einkristall-Turbinenschaufeln. Die CMSX-Serie – wie CMSX-486, CMSX-2 und CMSX-8 – wird aufgrund ihrer optimierten γ′-Stabilität und starken Widerstandsfähigkeit gegen Phasenverformung (Rafting) häufig für Heißgasschaufeln verwendet. Weitere Industriestandards umfassen die Rene-Familie, wie Rene N5 und N6, die für ihre außergewöhnliche Kriechfestigkeit in fortschrittlichen Flugzeugtriebwerken bekannt sind. Diese Legierungen sind für die gerichtete Erstarrung und Einkristallguss komplexer Geometrien mit minimaler Defektbildung ausgelegt.
Moderne Generationen von Einkristalllegierungen enthalten hohe Anteile an Re, Ru und W, um die Gitterstabilität bei erhöhten Temperaturen zu verbessern. Legierungen wie TMS-138 und TMS-162 repräsentieren einige der fortschrittlichsten Formulierungen und bieten verbesserte Oxidationsbeständigkeit und reduzierte Bildung topologisch dicht gepackter (TCP) Phasen. Diese Legierungen ermöglichen höhere Turbineneintrittstemperaturen und längere Bauteillebensdauern.
Die Wahl der Einkristalllegierung hängt von Temperatur, Belastung, Umgebungseinflüssen und Beschichtungsanforderungen ab. Hochdruckturbinenschaufeln verwenden typischerweise Legierungen der dritten oder vierten Generation aufgrund ihrer überlegenen Kriechbeständigkeit. Bauteile mit komplexen Filmkühlungsmerkmalen oder dünnen Hinterkanten erfordern Legierungen mit ausgezeichneter Gießbarkeit und Defektbeständigkeit, wie SRR-99 oder EPM-102. Die kontinuierliche Entwicklung neuer Superlegierungen gewährleistet Kompatibilität mit fortschrittlichen Beschichtungen, Wärmedämmsystemen und harten Betriebszyklen.