Die Bewertung der Qualität eines Wärmedämmschichtsystems (TBC) ist entscheidend für die Leistung und Langlebigkeit von Hochtemperaturkomponenten wie Turbinenschaufeln und -leitblechen. Ein vielschichtiger Testansatz ist erforderlich, um die mechanische Integrität, die thermische Leistung und die mikrostrukturelle Unversehrtheit der Beschichtung zu bewerten, bevor sie in Betrieb genommen wird.
Der grundlegendste Test ist die Bewertung der Haftfestigkeit der Beschichtung auf dem Superlegierungssubstrat, typischerweise ein Bauteil, das durch Vakuum-Feinguß hergestellt wurde. Die Standardmethode ist der Zug-Haftfestigkeitstest (z. B. ASTM C633), bei dem ein auf die Beschichtungsoberfläche geklebter Stift gezogen wird, bis ein Versagen auftritt. Der Versagensmodus – ob im Kleber, in der keramischen Deckschicht, in der Haftvermittlerschicht oder an der Grenzfläche – ist aussagekräftiger als der reine Festigkeitswert. Ein kohäsiver Bruch innerhalb der Deckschicht ist oft akzeptabel, während ein adhäsiver Bruch an der Grenzfläche der Haftvermittlerschicht auf eine schlechte Vorbereitung oder Verarbeitung hindeutet.
Die Schichtdicke muss streng kontrolliert und über die komplexe Geometrie eines Gussteils hinweg gleichmäßig sein. Zerstörungsfreie Verfahren wie die Wirbelstromprüfung werden verwendet, um die Dicke der leitfähigen Haftvermittlerschicht zu messen, während Ultraschallmessgeräte die Gesamtdicke des TBC-Systems messen können. Die metallografische Querschliffuntersuchung ist die definitive zerstörende Methode, die eine präzise Messung sowohl der keramischen Deckschicht als auch der thermisch gewachsenen Oxidschicht (TGO) unter dem Mikroskop ermöglicht. Dies ist entscheidend für Komponenten aus Einkristallguss, bei denen die Gleichmäßigkeit der Beschichtung die Bauteillebensdauer direkt beeinflusst.
Die Querschliffanalyse mittels Rasterelektronenmikroskopie (REM) ist unverzichtbar. Sie zeigt kritische mikrostrukturelle Merkmale wie: * Porosität und Rissnetzwerke innerhalb der Keramikschicht, die die Dehnungstoleranz und Wärmeleitfähigkeit beeinflussen. * Die Integrität und Dicke der TGO (Aluminiumoxidschicht) zwischen Haftvermittler- und Deckschicht. Eine dünne, kontinuierliche TGO ist wünschenswert; eine dicke oder unregelmäßige TGO ist ein Vorbote der Abplatzung. * Das Vorhandensein unerwünschter Phasen oder Verunreinigungen. Dieses Niveau der Materialprüfung und -analyse validiert den Beschichtungsprozess und sagt die Leistung voraus.
Labortests simulieren Betriebsbedingungen. Beim thermischen Zyklustest wird die beschichtete Probe in einem Ofen wiederholt auf hohe Temperatur erhitzt und dann schnell abgekühlt. Der Brennerstandtest ist fortschrittlicher und setzt die Beschichtung einer Hochgeschwindigkeitsflamme aus, wodurch die thermischen Gradienten und Wärmeströme eines realen Triebwerks simuliert werden. Beide Tests messen die Anzahl der Zyklen bis zum Versagen (Beschichtungsabplatzung) und liefern beschleunigte Lebensdauerdaten, die mit der Leistung in Luft- und Raumfahrt-Anwendungen korreliert werden.
Techniken wie energiedispersive Röntgenspektroskopie (EDS) und Röntgenbeugung (XRD) werden verwendet, um die chemische Zusammensetzung der Beschichtungsschichten zu überprüfen und die vorhandenen kristallinen Phasen zu identifizieren. Dies bestätigt die korrekte Applikation der Haftvermittlerschicht (typischerweise MCrAlY) und stellt sicher, dass die keramische Deckschicht in der gewünschten metastabilen tetragonalen Prime (t')-Phase für optimale Leistung vorliegt.
Schließlich durchlaufen 100 % der Produktionskomponenten eine ZfP. Thermografie (IR-Bildgebung) kann Haftungsverluste und Delaminationen durch Analyse des Wärmeflusses durch die Beschichtung erkennen. Hochsensitive Ultraschall-C-Scans können ebenfalls die Integrität der Beschichtungs-Substrat-Verbindung kartieren und sicherstellen, dass keine großflächigen Fehler vorhanden sind, bevor ein kritisches Bauteil, wie eines für die Stromerzeugung bestimmt, versendet wird.