Die Nachbearbeitung von SLA (Stereolithographie)-Prototypen ist ein kritischer, mehrstufiger Arbeitsablauf, um den Rohdruck in ein funktionales, stabiles und hochwertiges Bauteil zu verwandeln. Der erste Schritt ist die Stützstrukturentfernung. Nach dem Druck wird der Prototyp, der mit Stützstrukturen an der Bauplattform befestigt ist, vorsichtig abgelöst. Die Stützen werden manuell mit Schneidwerkzeugen und feinen Zangen entfernt. Dies muss behutsam erfolgen, um die Oberfläche des Bauteils nicht zu beschädigen, insbesondere bei komplexen Geometrien, wie sie häufig in Prototypen für den Medizin- und Gesundheitsbereich oder bei detaillierten visuellen Modellen vorkommen.
Der wichtigste SLA-spezifische Schritt ist das Gründliche Waschen. Das Bauteil ist mit unausgehärtetem, flüssigem Harz gesättigt. Es muss in ein Lösungsmittelbad – typischerweise Isopropylalkohol (IPA) oder ein spezielles Reinigungsmittel – in einem Ultraschallreiniger oder einer Waschstation getaucht werden. Bewegung ist entscheidend, um alle Harzreste von der Oberfläche und aus Hohlräumen zu lösen. Unzureichendes Waschen führt zu einer dauerhaft klebrigen Oberfläche und schlechter Aushärtung. Für Teile mit komplexen inneren Kanälen, wie sie z.B. bei Luft- und Raumfahrt für Fluidtests verwendet werden, kann eine Druck-Spülung erforderlich sein. Nach dem Waschen wird das Teil in einer sauberen Umgebung luftgetrocknet.
Das Nachhärten ist der transformative Schritt, der die endgültigen mechanischen Eigenschaften des Bauteils erreicht. Das gewaschene und getrocknete Teil wird in eine UV-Härtungskammer oder unter eine UV-Lichtquelle gelegt. Diese kontrollierte Bestrahlung vervollständigt die Polymerisationsreaktion und härtet das Harz vollständig durch. Dauer und Intensität der Härtung werden auf die spezifische Chemie des verwendeten Photopolymerharzes kalibriert. Richtiges Härten gewährleistet maximale Zugfestigkeit, Hitzebeständigkeit und Langzeitstabilität, was für funktionale Prototypen, die einer Materialprüfung und -analyse unterzogen werden, unerlässlich ist.
Nach dem Härten tritt das Bauteil in die Veredelungsphase ein. Dazu gehört das Schleifen mit immer feineren Körnungen, um Stützmarkierungen zu beseitigen und die gewünschte Oberflächenglätte zu erreichen. Für einen glänzenden, spritzgusssähnlichen Finish können Poliermittel aufgetragen werden. Grundieren und Lackieren sind für ästhetische Prototypen oder zum Auftragen spezifischer Farben üblich. Für Teile, die an bestimmten Merkmalen hohe Maßgenauigkeit erfordern, kann eine lokale CNC-Bearbeitung oder Bohrarbeiten durchgeführt werden. Schließlich können für Baugruppen vorgesehene Komponenten Nachbearbeitungsschritte wie das Schneiden von Gewinden oder die Vorbereitung für Klebeverbindungen durchlaufen.